Benefizveranstaltung der Bad Arolser Lions mit Buchautor Wolfgang Büscher
Mit seinen packenden Reisereportagen aus aller Welt beeindruckt der Journalist und Buchautor Wolfgang Büscher seit Jahrzehnten seine Leserschaft in Süddeutscher Zeitung, FAZ, Welt und Geo-Magazin.
Bad Arolsen –Am Freitagabend war der in Volkmarsen geborene und in Breuna aufgewachsene Erfolgsautor Gastredner bei einer Benefizveranstaltung des Lions-Clubs Bad Arolsen Christian-Daniel-Rauch in der Fürstlichen Reitbahn.
Lions-Präsident Björn Meywald freute sich, dass mehr als 150 zahlende Gäste der Einladung des Lions-Clubs gefolgt waren. Die Hälfte der Erlöses des Abends sei wieder für die Arbeit des ökumenischen Tafelladens bestimmt. Mit der anderen Hälfte finanziere der Club andere soziale und kulturelle Projekte in der Region.
Tausende Kilometer zu Fuß gereist
Meywald dankte auch den Musikern der CRS-Big-Band unter Leitung der Musiklehrerin Susanne Sezi, die die musikalische Umrahmung der Benefizveranstaltung übernommen hatte.
In einem Parforceritt durch drei seiner Bücher schilderte Erfolgsautor Büscher, was er bei seinem Fußmarsch 2001 von Berlin nach Moskau erlebte und wie er 2010 bei einer Durchquerung der Vereinigten Staaten von Amerika von der kanadischen Grenze bis zur mexikanischen Grenze ein Gefühl dafür bekam, wie die Amerikaner ticken.
Heimkehr zu einer Waldhütte
„Manchmal versteht man erst im Nachhinein den Sinn dessen, was man unternimmt“, stellte Büscher zusammenfassend fest. Seine Reportagen aus aller Welt seien von der Neugier auf fremde Länder geprägt. Er habe das Gefühl, dass nun die Epoche der großen Reisefreiheit ende.
Aktuell erlebe die Welt eine Zeit, in der Gewissheiten fallen wie Dominosteine. Das sei auch der Grund, warum er den Drang zu einer geistigen Heimkehr erlebt habe. „Heimkehr“ ist auch der Titel seines Buches, das in einer einsamen Hütte im Wald bei Kohlgrund entstanden ist.
Völlig veränderte Weltlage
Als er 2001 zu seiner Wanderung von Berlin nach Moskau aufgebrochen sei, habe man ihn vor dem Geheimdienst in Belarus und den Straßenräuber am Stadtrand von Moskau gewarnt, doch er sei weder unterwegs beschattet noch ausgeraubt worden, im Gegenteil habe er viele freundliche Begegnungen mit ganz normalen Menschen erlebt.
Heute jedoch könne man fast täglich von russischen Drohnen über deutschen Bundeswehrstandorten, von durch Anker zerrissene Datenkabeln am Boden der Ostsee und von Störungen der Satellitennavigation im Ostseeraum lesen. Der in diesem Zusammenhang oft verwendete Begriff „hybride Kriegsführung“ beschreibe einen Zustand, der noch nicht Krieg, aber auch nicht mehr Frieden darstelle.
Die Welt ist kleiner geworden
Auf seiner 3500 Kilometer langen Wanderung quer durch die Vereinigten Staaten habe er 2010 keinen einzigen Menschen getroffen, der für den damaligen Präsidenten Obama gewesen sei. Schon damals habe sich abgezeichnet, dass viele Menschen mit den gesellschaftspolitischen Veränderungen ihrer Lebensart nicht einverstanden gewesen seien. Die damals noch sachlich vorgetragenen Argumente seien spätestens seit dem Sturm des Capitols in Washington in wilde Wut und Gewaltbereitschaft umgeschlagen.
Die Welt habe sich also sowohl in Europa als auch in Amerika grundlegend geändert. Ernüchtert stellte Büscher abschließend fest: „Die uns zugängliche Welt ist kleiner geworden. Wir sollten sie wertschätzen. Es lohnt sich, sie zu verteidigen.“
Von Elmar Schulten